Geschichte
Ford Capri MK1A
RS 2600 Rennsport



Der Ford Capri Mk1 2600 RS – Der König der Rennstrecke
Als Ford Ende der 1960er Jahre den Capri vorstellte, lautete der Werbeslogan: „Das Auto, das Sie sich immer gewünscht haben.“ Doch schon bald sollte der Capri mehr sein als ein sportliches Coupé für die Straße. Mit dem Capri RS 2600 begann eine Erfolgsgeschichte, die ihn zu einer Motorsport-Legende machte.
1970 entwickelte die Ford-Rennsportabteilung unter der Leitung von Jochen Neerpasch den RS 2600 als Homologationsmodell für den Tourenwagensport. Unter der langen Motorhaube arbeitete ein 2,6-Liter-V6 mit mechanischer Kugelfischer-Einspritzung. Offiziell leistete der Motor 150 PS, tatsächlich erreichten viele Fahrzeuge deutlich mehr. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von rund 200 km/h gehörte der RS 2600 zu den schnellsten deutschen Serienfahrzeugen seiner Zeit.
Für die Rennstrecke entstand eine kompromisslose Version. Gewicht wurde zum Feind erklärt: Türen, Motorhaube und Heckklappe bestanden aus Kunststoff, Seitenscheiben aus Plexiglas, unnötige Ausstattung flog hinaus. Die ersten rund 50 Leichtbauwagen dienten der Homologation und wogen nur etwa 900 Kilogramm. Damit war die Grundlage für den späteren Renn-Erfolg geschaffen.
Auf der Strecke entwickelte sich der Capri RS 2600 schnell zum Schrecken der Konkurrenz. Die Rennmotoren wurden auf bis zu drei Liter Hubraum erweitert und leisteten zunächst etwa 260 PS, später sogar über 300 PS. Der Capri kämpfte auf Augenhöhe mit BMW und Porsche und gewann zahlreiche Rennen der Tourenwagen-Europameisterschaft. Fahrer wie Niki Lauda, Jochen Mass, Dieter Glemser und Jochen Neerpasch saßen am Steuer der Werkswagen und machten den Capri zum Publikumsliebling.
Seinen größten Triumph feierte der RS 2600 1971 und 1972, als Ford die Tourenwagen-Europameisterschaft dominierte. Der bullige V6-Sound, die ausgestellten Kotflügel und die aggressive Straßenlage machten den Capri zu einem Symbol der goldenen Ära des Tourenwagensports. Er bewies eindrucksvoll, dass ein vergleichsweise erschwingliches Coupé den etablierten Sportwagen Paroli bieten konnte.
Bis Ende 1973 wurden insgesamt etwas mehr als 3.500 RS-2600-Straßenfahrzeuge gebaut. Sie dienten nicht nur als sportliche Straßenautos, sondern vor allem als Basis für die erfolgreichen Rennversionen. Heute gehören originale RS 2600 zu den begehrtesten klassischen Ford-Modellen überhaupt und erzielen auf Auktionen hohe Preise.
Der Ford Capri Mk1 2600 RS ist bis heute weit mehr als nur ein Oldtimer. Er steht für eine Zeit, in der Mut, Ingenieurskunst und Rennsport eng miteinander verbunden waren. Sein markanter Auftritt, der unverwechselbare Klang des V6 und seine Erfolge auf Europas Rennstrecken haben ihn zu einer unvergessenen Ikone des Motorsports gemacht.